Jens Grandt ist ein Pseudonym für Gert Lange, geboren 1940 in Dresden. Abitur an der Kreuzschule. Nach dem Studium der Journalistik in Leipzig vornehmlich als Wissenschaftsjournalist tätig, „Wochenpost“, „Magazin“, „Forum“, zuletzt Redakteur der akademischen Zeitschrift „Spectrum“, Berlin. Seit 1976 freiberuflich.

Nährboden für die aktuelle Berichterstattung boten die Laboratorien und Observatorien der DDR-Wissenschaftsakademie, was einerseits zu zahlreichen Beiträgen für überregionale Medien führte, u.a. Reportagen in kontinuierlicher Folge für die Jahresbände „Urania-Universum“. Andererseits hatte die journalistische Begleitung editorischer Langzeitvorhaben (Feuerbach-, Schleiermacher-, Marx/Engels-Gesamtausgabe) zur Folge, dass nach 1990 philosophisch-historische Rezensionen in der „Süddeutschen Zeitung“ und weiteren Printmedien gefragt waren. Verstand ich mich zunächst als Vermittler von naturwissenschaftlichen Forschungsergebnisse, so in einer zweiten Lebensphase als sozialkritischer Publizist. Spezielle Studien zur säkularen Religiosität mündeten in die Streitschrift „Ludwig Feuerbach und die Welt des Glaubens“. Nach dem Beitritt Ostdeutschlands zur Bundesrepublik Autor der Monatszeitschrift „Spektrum“, Heidelberg, des Berliner „Tagesspiegel“ und anderer Zeitungen.

Aus der Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des ehemaligen Zentralinstitut für Physik der Erde in Potsdam ergab sich eine Spezialisierung auf Polarforschung. Scheiterte zunächst eine Expeditionsbeteiligung, ergab sich 1989 die Gelegenheit, auf dem Forschungsschiff „Alexander von Humboldt“ zwischen Warnemünde, Biskaya und Helsinki bei der Sondierung von Schadstoffen zu helfen. Die engen Kontakte zum Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven, ermöglichten es schließlich, auf dem norwegischen Eisbrecher „Polar Queen“ (1989) eine seismische Erkundung in der Antarktis zu begleiten und an zwei Arktisexpeditionen auf der „Polarstern“ (Kanadische Hocharktis über Lomonossowrücken bis Tiksi, 1998; Framstraße bis Grönland, Nansen-Becken, 1999) teilzunehmen. Resultat dieser Reisen sind mehrere populärwissenschaftliche Bücher, gemeinsam mit Polarforschern geschrieben und gestaltet – sie bevorzugen eine Mischform zwischen Erlebnis- und Ergebnisbericht.

Schreibtischleichen der frühen Schaffensjahre: Chronik der ingenieurtechnischen Forschungsleistungen im Chemiekombinats Bitterfeld, Geschichte der experimentellen Krebsforschung mit Prof. Arnold Graffi.

Das Bedürfnis, literarisch zu schreiben, war schon während der Oberschulzeit vorhanden. Erste Gedichte in der NDL 3/1975 unter dem Pseudonym Herbert Gert. Erste Erzählung in der Anthologie „Voranmeldung 4“, 1976: „Der Tod des Pförtners“. Mitglied der Arbeitsgemeinschaft junger Autoren Dresden. Familiäre Umstände und der Beruf des Journalisten, der vollen Einsatz bis in die sogenannte Freizeit hinein erfordert, führten dazu, vorerst von den (nie ganz abklingenden) Ambitionen abzusehen, sodass nur Stückwerk in den Schubladen verblieb. Als sich die familiäre Situation entspannte, Wiederaufnahme belletristischer Arbeiten. Es entstanden Kurzgeschichten, Storys nach Art der Alaska-Tales von Jack London und Impressionen. Veröffentlichungen in der Halbjahreszeitschrift „Signum“ und in Anthologien. Abgeschlossen ist der Roman über eine moderne Polarexpedition in die Arktis.